Buchtipp - Archiv

 

Ursula Poznanski
Stille blutet

Ursula Poznanski ist immer gut für Überraschungen: Wie immer spannend von der ersten Zeile bis kurz vor Schluss. Sie lässt sich mit neuen Ideen nicht lumpen, brilliert dabei mit exzellenten Kenntnissen aus der Internet-Szene und dem Geschehen darin und darum herum und baut daraus ein spannendes Szenario auf mit Vorteilen aber auch erschreckenden Nachteilen aus dem Leben mit und ohne IT.
Wie eingangs beschrieben: Die Spannung steigt von Mal zu Mal, auch wenn sie zwischendurch mal zwei, drei Seiten lang „erschlafft“, was aber der Gesamtentwicklung keinen Abbruch tut. Am Ende wieder einmal ein Finale, das sich unterwegs überhaupt nicht andeutet, sieht man von ein, zwei vagen Andeutungen im letzten Drittel ab. Insofern: Mal wieder ein überraschender Schluss, der aber auch eine Fortsetzung erahnen lässt. Und hat es wirklich eine Aufklärung ergeben? Das scheint aber bei Poznanski Standard zu sein. Poznanski muss man gelesen haben, um auf dem Krimi-Geschehen „up to date“ zu sein. Die Erzählkraft der Autorin verlangt nach mehr! Nach Fortsetzungen. (Volker Taube)

 
 

 

Zoe Sugg / Amy McCulloch
The Magpie Society – Die Nächste bist du

Gleich vorneweg: unbedingt lesens- und empfehlenswert: Krimi, Psychothriller und Gesellschaftsbild in einem.
Die Story ist schnell erzählt: Zwei weibliche Teenies, wie sie von der Herkunft nicht unterschiedlicher sein können, treffen in einer Privatschule zusammen. Beide sind durch Todesfälle in ihrem Umfeld vorbelastet und wollen jetzt einen Fall an ihrer Schule enträtseln.
Die Autorinnen sind selbst dem beschriebenen Alter noch nicht sehr lange entwachsen, sie erzählen psychologisch und gesellschafts-soziologisch dicht, was passiert, ohne dass die Story zu einer Psychostory entgleitet.
Es gibt drei Erzählstränge, die auf unterschiedlichste Weise die jeweiligen persönlichen Situationen und Gedanken der beiden und einer dritten Person beschreiben. Zum Schluss, im „berühmten letzten Drittel“ steigt die Spannung dermaßen, dass man/n und frau nicht aufhören können, auf das Ende hinzulesen. Eine Schlussauflösung gibt es, aber doch eigentlich auch nicht wirklich.
Mit höchster Spannung darf der Folgeroman erwartet werden. (Volker Taube)