Leonora, Celine: A Lesson in Murder
Gleich vorneweg, wer diesen Krimi nicht gelesen hat, hat Krimigeschichte verpasst !
In der Tat, hier kommt zusammen, was zusammen gehört bei exzellenten Krimis: JEDES Kapitel endet mit einem die Spannung steigernden oder erhaltenden Satz, der gierig auf das nächster Kapitel macht. Es fängt schon so an: „Ich hatte einen furchtbaren Fehler begangen. (…) Die Kälte kroch in meine Knochen und die Panik nahm allmählich die Gestalt eines alles verzehrenden Ungetüms an!“ In dieser sehr deutlichen, bildhaften und alles beschreibenden Sprache geht es weiter. Die Protagonistin beschreibt das, was passiert und ihre Analysen der Situation, nimmt also die Lesenden in alle Ecken und Enden Ihrer Überlegungen mit.
An einer privaten Eliteschule Englands wird die Protagonistin beschuldigt, ihre Freundin umgebracht zu haben. Das will sie natürlich widerlegen und begibt sich auf eigene Recherchen. Das alles im aktuellen zeitlichen Umfeld von heute, in einem uralten Gemäuer mit drei Häusern (Harry Potter lässt grüßen: Hufflepuff, Slitherin und Griffindor lassen grüßen) entwickelt sich ein Bild der Elite der englischen Gesellschaft, das beißender Kritik unterzogen wird. Eine Schülerszene voller Hass, Verachtung aber auch leiser Liebe und Zuneigung. Amüsant der an vielen Stellen durchschimmernde subtile britische Humor, mit dem sich die Protagonisten pisaken und Wort- und Spiele- (Schach) Gefechte miteinander austragen.
Das Buch verspricht höchste Spannung von Anfang bis zum erlösenden Ende, sollte Pflichtlektüre für jeden Krimifan sein und führt – wie immer – zu einem überraschenden Ende, das sich bei genauem Nachlesen andeutungsweise tatsächlich unterwegs erschließen läßt.
Volker Taube
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